Session Cascadian Dark Ale oder Black IPA

Ein Black IPA oder Cascadian Dark Ale ist ein hopfenbetontes, dunkles, obergäriges Bier. Der Stil ist eine der jüngsten Erfindungen der Amerikanischen Craft Bier Szene. Wie der Name „Cascadian“ impliziert, entstammt er dem Nord-Westen der USA, wo es eine lebhafte Craft Bier Szene gibt. Ich habe dieses Bier zum ersten Mal gebraut. Dabei hat mich vor allem gereizt, dass das Bier viele geschmackliche und optische Elemente hat, also relativ komplex ist. Trotzdem sollte es gut trinkbar sein, was auch das größte Unterscheidungsmermal des Stils zum Porter oder Stout ist. In der Regel will man eben nicht, dass die Malz oder Röstaromen dominieren. Auch sollte die Final Gravity (also der Restzucker) relativ gering sein, was zu einem eher trockenen Bier führt. Alle Werte sind am unteren Ende der Skala eines CDA oder BIPA. Daher würde ich es aus der Hüfte heraus mal als „Session CDA“ bezeichnen. Das heißt, dass es gut trinkbar ist, auch in größeren Mengen, und trotzdem den charakteristischen Hopfengeschmack besitzt. Tipp: BIPAs sollten wie IPAs relativ zügig konsumiert werden, da sich der Hopfengeschmack mit der Zeit verflüchtigt. Meins hat nach einer Woche in der Flasche bereits sehr gut geschmeckt.

BIPA GlasRezept für 10 Liter:
OG (Anfangsdichte): 1.058
FG (Enddichte): 1.011
ABV (Alkoholgehalt): 6%
IBU (Bitterkeit): 60
Sudhauseffizienz: ca. 65%

Basis Malz:
2,2 kg Pilsener/Pale Ale
0,4 kg Münchner

Spezial Malz:
200gr Belgisches CaraCrystal (ggfs. durch CaraHell ersetzbar)
150gr Carafa Spezial II Farbmalz (Anleitung beachten!!)

Hopfen:
10gr Chinook 13,8% AA (o.ä. Bitterhopfen) @ 60min
10gr Amarillo 9,5% AA @15min
10gr Simcoe 12,7% AA @15min
5gr Chinook 13,8% AA @15min
10gr Amarillo 9,5% AA @0min
10gr Simcoe 12,7% AA @0min
5gr Chinook 13,8% AA @0min

 

Kalthopfen (dryhops):
13gr Amarillo @ Tag 10
13gr Simcoe @ Tag 10

Hefe:
obergärige US Ale Hefe – bei mir Mangrove Jack’s M44 – U.S. West Coast

Anleitung:
Wichtig: Das Carafa Special Malz wird nicht mit dem Rest des Malzes vermaischt. Es wird separat in ca. 1,5 Litern 30-40*C warmem Wasser eingeweicht. Kann gerne eine halbe Stunde oder länger darin ziehen. Am Ende sollte das Flüssigkeit wie zähflüssiger Kaffee aussehen. Auch muss die Flüssigkeit nicht sofort in den Kochtopf gegeben werden. Es reicht, wenn das ca. 30 min vor Ende passiert. Ziel von dem Ganzen ist es, sowenig Bitterkeit und Säure wie möglich aus dem Malz zu ziehen. Da wir hier ein hopfenbetontes Bier brauen, soll der Hopfen auch geschmacklich dominieren. Zu starke Röstaromen wollen wir da nicht, sondern nur die kräftige Farbe.

Zum Maischen verwende ich in der Regel sogennante Infusion Mashs. Sprich es gibt keine Rast, sondern es wird die vollen 60-70 Minuten bei einer konstanten Temperatur vermaischt. Bei mir sind das standardmäsig 65-67*C (lieber höher anfangen – runter geht’s automatisch). Gespült wurde im Batch Sparge – also einmal komplett mit Wasser aufgefüllt und dann den Rest der Würze gesammelt. Das ist für Hobbybrauer das einfachste Verfahren und führt dank der modernen Malze, die viele Enzyme enthalten, zu guten Ergebnissen. Einzig die Effizienz leidet etwas (bei mir zwischen 65-70%).

Vergärung fand am unteren Ende der vorgegebenen Scala statt. Bei der M44 wird das je nach Informationsquelle mit 15-18*C angegeben. Bei mir waren es allerdings nur 14*C, was auch zu einem guten Ergebnis geführt hat. Die Menge von 10gr Hefe war allerdings auch relativ hoch für 10 Liter.

Weitere Leseempfehlungen:
Beschreibung des Bierstils und weitere Rezepte (Englisch)
http://byo.com/hops/item/2013-birth-of-a-new-style-cascadian-dark-ale