Diese Woche stelle ich euch die Trockenhefe Gozdawa U.S. West Coast vor. Vermutlich ist der ein oder andere von euch schonmal über die Hefe gestolpert, da sie eine der günstigsten ist. Aber taugt sie auch was? Schaut euch das Review mit kompakter Wertungstafel an!
Einer meiner favorisierten Online Shops verkauft Hefen der weitgehend unbekannten Marke Gozdawa. Die Firma kommt aus Polen und stellt verschiedenste Homebrew Zutaten her. Von der hier betrachteten Hefe über diverse Malzextrakte bis hin zu kompletten Kits. Aufgrund der geographischen Herkunft gibt es auf den vielen amerikanischen Seiten, die sonst eine wunderbare Informationsquelle darstellen, keine Informationen zu diesen Produkten. Auch auf der Website des Herstellers und der Vertreiber gibt es nur wenig Details. Als schwäbisch anständiger Brauer kam ich an dem günstigen Preis der Trockenhefen trotzdem nicht vorbei. Mittlerweile habe ich vier Biere mit der Gozdawa US West Coast Hefe gebraut und es ist an der Zeit ein kleines Review zu schreiben.
GOZDAWA U.S. West Coast (USWC)
Empfohlene Gärtemparatur:
14 – 24 °C (optimal: 18 – 22 °C)
Gärtemparatur im Test:
Raumtemperatur ca. 18 °C (+1-2 °C, durch die Aktivität der Hefe)
gebraute Biersorten:
Pale Ale, India Pale Ale, Pumpkin Ale, Kellerbier
Fermentation: Problemlos. Immer vollständig und relativ zügig. Auch das Nachreifen ist kein Problem. Allerdings habe ich bisher nur Biere mit mäßigem Alkoholgehalt (<7%) gebraut.
Ausflockung: Mittel. Beim Transfer des Bieres mit einem Steigrohr bleibt die Hefeschicht, die sich am Boden abgesetzt hat, relativ kompakt und lässt sich gut vom Bier trennen. Wenn das Bier mal in der Flasche ist, muss man aber ziemlich vorsichtig sein, damit die Hefe beim Ausgießen nicht aufgewirbelt wird.
Geruch: Säuerlich-hefig. Stärker als bei vergleichbaren Produkten (Fermentis US-05). Der abfallende Krausen lässt in der Regel einen Hefering im Inneren des Gärbehälters zurück, der recht intensiv riecht. Bei einem meiner ersten Versuche dachte ich, das Bier wäre schlecht, da es nach zwei Wochen im Gäreimer immer noch säuerlich roch. Dem war aber nicht so. Das Bier ist trotzdem gut geworden.
Geschmack: Geschmacklich erfüllt die Hefe durchaus ihre Erwartungen. Sie produziert wenig Ester, wie es für West Coast Hefe typisch ist. Auch Hopfengeschmack und -aroma kommen stark durch. Allerdings hat die Hefe einen Eigengeschmack, der nicht besonders wohlschmeckend ist. Generell sollte man bei selbstgebrauten Bieren die Hefe in der Flasche zurück lassen. Oft ist das aber nicht ganz einfach. Wenn es mal nicht gut klappt, schmeckt das Bier mit dieser Hefe merklich schlechter.
Fazit: Die Gozdawa Hefe ist nicht schlecht. Sie fermentiert gut, gründlich und schnell. Das Geschmacksprofil erfüllt die Erwartungen, die man an eine US oder West Coast Hefe stellt. Allerdings hat sie einen Eigengeschmack und –geruch, der weniger angenehm ist, als zum Beispiel bei der Fermentis US-05. Für den kleinen Geldbeutel, die ersten Sude, oder als eiserne Reserve ist die Hefe eine echte Alternative. Ich persönlich werde in Zukunft aber wieder die etwas teureren Trockenhefen verwenden.
