Do-it-yourself equipment: Malzmühle

Jpeg Do-it-yourself equipment: Malzmühle

Wer gerne ein paar Sorten Malz zuhause lagert um damit spontan Rezepte designen zu können, ohne eine Woche auf die Lieferung warten zu müssen, braucht auch als Extraktbrauer eine Mühle. Denn geschrotete Malz hält sich bei Weitem nicht so lang, wie das ganze Korn. Wer schon mal den Markt für solche Mühlen beobachtet hat, weiß, dass es hier ganz schnell an den Geldbeutel geht. Die Populärste Option sind kleine Tischmühlen mit Handkurbel und liegen bei 60-70 Euro. Möchte man etwas Besseres oder gar Motorbetriebenes, kann eine Mühle schon mal 200 Euro kosten. Für Anfänger oder Kleinsudbrauer ist zu viel Geld. Die Alternativen sind allerdings rar. Einige Leute nehmen das Nudelholz zur Hilfe, was ehrlich gesagt nicht sonderlich komfortabel ist. Andere geben das Malz in die Küchenmaschine, was in der Regel dazu führt, dass das Malz zu fein gemahlen wird (Führt zu Problemen – hier mehr lesen). Aufsätze für Küchenmaschinen sind erhältlich, aber oft nur für gewisse Markengeräte.

Was also tun? Nach einiger Recherche in Homebrew-Foren bin ich auf die Möglichkeit gestoßen eine Kaffeemühle zu nutzen. Hört sich erstmal super an, denn die Dinger sind relativ kompakt und oft relativ günstig erhältlich. Das Problem ist, dass viele Kaffeemühlen zu fein mahlen, da sie auf Espresso getrimmt sind. Ein Blick in die Reviews von einschlägigen Onlinehändlern kann da helfen. Am besten einfach nach den schlechten Reviews schauen. Die sind oft von Leuten, die sich beschweren, dass ihr Kaffee nicht fein genug gemahlen wird J Das ist dann unser Objekt der Begierde!

Ich persönlich habe mich für ein Gerät von Russel Hobbs entschieden und mahle damit mittlerweile meine bis zu 3 Kg Malz für den kompletten All-grain Brautag. Die Kleine hält das schon seit knapp einem halben Jahr durch, ohne Auflösungserscheinungen. Die gröbste Einstellung ist dabei gerade grob genug zum Brauen. Vor allem für Partial Mash oder Specialty Malts sollte es damit problemlos gehen. Wenn man es etwas gröber braucht, kann man den Deckel abschrauben (siehe Bild) und im Inneren einen Kontakt (zum Beispiel mit einem Stück von einem Dichtring) überbrücken. Danach lässt sich die Maschine stufenlos einstellen, indem man den Deckel einfach weiter rausdreht.
ABER VORSICHT: Dann lässt sich die Maschine auch ohne Deckel starten!! Also bitte nicht die Finger schroten! Und die Maschine bitte nicht unbeaufsichtigt lassen!

Die Kapazität der Mühle liegt ungefähr bei 150-200 Gramm pro Mahlvorgang. Man kann sie so einstellen, dass sie automatisch stoppt, wenn der Auffangbehälter voll ist. Bei mir ist das bei „4 Tassen“ der Fall 🙂

Tipp: Für unseren Use-Case muss es nicht unbedingt Neuware sein. Schaut mal bei den Warehousedeals oder gebrauchte Maschinen vorbei.